Griechenland – Die Lüge der Medien über die Schulden

Für die Krise in Griechenland haben alle Mainstream Medien die gleiche Geschichte parat: die Regierung hatte zu viel Geld ausgegeben und ist bankrottgegangen; die großzügigen Banken haben ihnen das Geld gegeben, aber Griechenland kann die Rechnungen immer noch nicht bezahlen, weil es mit dem geliehenen Geld Misswirtschaft getrieben hat. Klingt recht vernünftig, oder?

Außer dass es eine dicke, fette Lüge ist… nicht nur bezogen auf Griechenland, sondern auch auf andere europäische Länder wie Spanien, Portugal, Italien und Irland, die alle unterschiedliche Arten der Sparpolitik durchleben. Es war dieselbe dicke, fette Lüge, die seit Jahrzehnten von Banken bei der Ausbeutung vieler lateinamerikanischer, asiatischer und afrikanischer Länder benutzt wurde.

Griechenland scheiterte nicht von alleine. Es wurde zum Scheitern gebracht.

Kurz gesagt, die Banken zerstörten die griechische Regierung, und dann trieben sie sie bewusst in eine unerträgliche Schuldenlage… während die Einnahmen produzierenden, öffentlichen Vermögenswerte an Oligarchen und internationale Unternehmen ausverkauft wurden. Der Rest dieses Artikels beschäftigt sich mit dem Wie und Warum.

Wenn man ein Fan von Mafia-Filmen ist, dann weiß man, wie die Mafia ein gut gehendes Restaurant übernehmen würde. Als erstes würde sie etwas tun, um das Geschäft zu stören – einen Mord im Restaurant inszenieren oder ein Feuer legen. Wenn das Geschäft zu leiden beginnt, würde der großzügige Pate als Zeichen der Freundschaft etwas Geld anbieten. Als Gegenleistung kümmert sich der Fettfinger um die Bilanzen des Restaurants. Big Joe wird die Verantwortung für den Einkauf übertragen und so weiter. Unnötig zu erwähnen, dass dies für den Inhaber, der bald ein Bankrotteur sein wird, eine Reise abwärts ist. Wenn er Glück hat, bleibt er am Leben.

Nun wollen wir die Mafia-Geschichte auf die internationale Finanzwelt in 4 Akten übertragen.

Akt 1: Der allerwichtigste Grund dafür, dass Griechenland in Schwierigkeiten geraten ist, war die „Große Wirtschaftskrise“ von 2008, die eine Idee der Wallstreet und internationaler Banker war. Wenn man sich daran erinnert, kamen Banker mit der Idee, an jedermann, der gerade noch am Leben war, zweitklassige Hypotheken zu vergeben. Dann verpackten sie diese tickenden Finanzbomben zu Paketen und verkauften diese mit einem immensen Profit als „Hypotheken-gesicherte Wertpapiere“ an verschiedene Finanzeinrichtungen in alle Länder dieser Welt.

Diese kriminellen Aktivitäten wurden im großen Still möglich gemacht durch einen weiteren Zweig des Bankensystems, die Gruppe der Ratings Agenturen –S&P, Fitch, und Moody´s, die für die totgeborenen Finanzprodukte ihre besten Noten gaben. Gewissenlose Politiker wie Tony Blair taten sich mit Goldman Sachs zusammen und unterjubelten diese gefährlichen Sicherheiten den Pensionsfonds, Städten und Staaten quer durch Europa. Banken und Wall-Street-Gurus machten mit diesem System Milliarden.

Das war aber erst der 1 Akt ihres gigantischen Betrugs. In den nächsten drei Akten konnten sie noch viel mehr Profite machen!

Akt 2 beginnt mit der Explosion der Finanz-Zeitbomben. Innerhalb von Wochen begannen Investment- und Handelsbanken zusammenzubrechen. Kommunale und regionale Regierungsstellen sahen zu, wie sich ihre Investitionen und Werte in Luft auflösen. Überall Chaos!

Geier wie Goldman Sachs und andere Großbanken haben auf dreierlei Art gigantische Profite gemacht: Erstens konnten sie andere Banken wie Lehman Brothers und Washington Mutual für Peanuts kaufen. Zweitens, noch abscheulicher, Goldman Sachs und Insider wie John Paulson (der vor kurzem 400 Millionen Dollar an Harvard spendete) wetteten darauf, dass diese Werte sich in Nichts auflösen würden. Paulson machte Milliarden und die Medien feierten seinen Scharfsinn. (Zum Vergleich: Man stelle sich einen Terroristen vor, der auf 9/11 wettet und daraus Profit schlägt.) Drittens verlangten die Großbanken, um Salz in die Wunde zu streuen, von jedem lebenden Bürger, den sie ruinierten, dass er ihre Banken rettet. Banker sind so dreist. In den USA bekamen sie von den Steuerzahlern Hunderte Milliarden Dollar und Billionen von der Federal Reserve Bank, die nichts anderes als der Kopf der Banken ist.

In Griechenland haben die inländischen Banken mehr als 30 Milliarden an Bail-out Geldern von den Griechen bekommen. Man lasse dies einen Augenblick lang wirken – die angeblich verantwortungslose griechische Regierung musste die kapitalistischen Hardcore Banker freikaufen.

Akt 3 beginnt, wenn die Banker die Regierung zwingen, gigantische Schulden zu akzeptieren. Um sich einer biologischen Metapher zu bedienen, stelle man sich einen Virus oder ein Bakterium vor. Sie alle haben einzigartige Strategien, um das Immunsystem des Wirtsystems zu schwächen. Eine der funktionierenden Methoden, die von den internationalen Bankern benutzt wird, ist es, die Bonität der Staatsanleihen eines Landes herabzustufen. Genau das taten die Banker seit Ende 2009, was zur Folge hatte, dass die Zinsen auf Staatsanleihen in die Höhe schossen, womit die Kredite oder sogar Verlängerung der laufenden Kredite für die Staaten immer teurer wurden.

Seit 2009 bis Mitte 2010 haben sich die Zinsen auf 10jährige Anleihen beinahe verdreifacht! Dieser grausame Finanzangriff zwang die griechische Regierung in die Knie, und die Bankster gewannen den ersten riesigen 110 Milliarden Euro Deal.

Auch die nationale Politik wird von den Banken kontrolliert. 2011, als sich der griechische Premierminister der zweiten massiven Rettung der Banken widersetzte, haben ihn die Banken aus dem Amt gedrängt und sofort durch den Vizepräsidenten der EZB (Europäische Zentralbank) ersetzt! Keine Wahl war notwendig. Scheiß auf Demokratie! Und was hat der Neue getan? Alle ihm von den Bankern vorgelegten Papiere unterschrieben.

(Nebenbei bemerkt, gleich am nächsten Tag geschah genau das Gleiche in Italien, wo der Premierminister zurücktrat, um durch eine Banker/Ökonomen-Marionette ersetzt zu werden. Zehn Tage später fand in Spanien eine vorzeitige Wahl statt, bei der eine „Technokraten“ Marionette die Wahl gewann).

Die Puppenmeisterspieler hatten den besten Monat im November 2011.

Ein paar Monate später, 2012, wurde exakt die gleiche Anleihenmarkt-Manipulation angewandt, als die Bankster die griechischen Anleihen-Zinsen auf 50%!!!! hochschraubten. Dieser Finanzterrorismus hatte einen sofortigen Effekt: Das griechische Parlament stimmte dem zweiten massiven Bail-out zu, der noch größer war als der erste.

Es gibt noch eine weitere Tatsache, die die meisten Menschen nicht verstehen. Kredite sind nicht nur einfach Kredite, die man auf eine Kreditkarte oder von einer Bank bekommen hat. Diese Kredite sind an Bedingungen geknüpft, die die Privatisierung der Landesressourcen verlangen. Wer ‚Der Pate III‘ gesehen hat, wird sich an Hyman Roth erinnern, den Investor, der Kuba unter seinen Freunden aufteilte. Ersetze Hymen Roth mit Goldman Sachs oder IWF (Internationaler Währungsfond) oder EZB, und du hast das passende Bild.

Akt 4: Nun beginnen der Raub und die Erniedrigung der Nation. Wegen der Schulden, die ihm aufgezwungen wurde, musste Griechenland viele seiner einträglichen Vermögenswerte an Oligarchen und internationale Unternehmen verkaufen. Und Privatisierungen sind erbarmungslos und beinhalten alles, was Profit bringt. Die Privatisierung in Griechenland betraf Wasser, Strom, Post, Flughafendienste, nationale Banken, Telekommunikation, Hafenbehörden (die gewaltig sind in einem Land, das führend in der Schifffahrt ist) usw.

Zusätzlich gingen die Banker-Tyrannen so weit, dass sie jede Zeile des Regierungsbudgets diktierten. Wollen wir das Militärbudget kürzen? NEIN! Wollen wir die Steuern auf Oligarchen oder große Unternehmen erhöhen? NEIN! So ein Micro-Management gibt es bei keinem anderen Gläubiger-Schuldner-Verhältnis.

Also was passiert nach der Privatisierung und dem Despotismus unter den Bankern? Natürlich gehen die Regierungseinnahmen herunter und die Schulden steigen weiter. Wie soll man dem „abhelfen“? Natürlich durch Reduzierung der Ausgaben! Man entlasse Angestellte im Öffentlichen Dienst, kürze Mindestlöhne, kürze Renten (genauso wie unsere Sozialversicherungen), reduziere öffentliche Dienste, erhöhe die Steuern auf Waren, die die 99% betreffen, aber nicht die 1%. Zum Beispiel wurden Renten halbiert und die Umsatzsteuer auf mehr als 20% erhöht. All diese Maßnahmen führten in Griechenland zu einer Finanztragödie, die schlimmer ist als die Große Depression 1930 in den USA.

Natürlich verlangen die stets manipulativen Banker eine sofortige Privatisierung aller Medien, was bedeutet, dass das Land jetzt einen fotogenen TV-Anker bekommt, der jeden Tag Propaganda verbreitet und den Menschen erzählt, dass korrupte, gierige Banker die Retter sind und Sklaverei und Sparmaßnahmen viel besser sind als die Alternative.

Wenn alle Griechen die Wahrheit über die Sparmaßnahmen kennen würden, würden sie nicht darauf hereinfallen. Das gleiche gilt für Spanien, Italien, Portugal, Irland und andere Länder, die mit Sparmaßnahmen belegt sind. Das Traurigste an all dem ist, dass es sich hier nicht um einzigartige Strategien handelt. Diese räuberischen Praktiken wurden seit dem zweiten Weltkrieg unzählige Male durch den IWF und die Weltbank in Lateinamerika, Asien und Afrika angewandt.

Das ist das Wesen der Neuen Weltordnung – eine Welt im Besitz einer Handvoll Unternehmen und Banken.

Es ist also an der Zeit, für die wunderbaren Menschen in Griechenland wie ein Zeus aufzustehen und NEIN („OXI“ auf Griechisch) zu den gierigen Marionettenmeistern, unpatriotischen Oligarchen, parasitären Bankern und korrupten Politikern zu sagen.

Liebes Griechenland, wisse, dass die Welt für dich betet! Stimme mit NEIN zu den Sparmaßnahmen! Sag JA zu Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstbestimmung und Demokratie! Ja, Demokratie, ein Wort, das von DIR erfunden wurde.

P.S. Hier ein Video, in dem John Perkins – Autor von „Bekenntnisse eines Wirtschaftskillers“ – über die Ausbeutung von lateinamerikanischen und asiatischen Ländern spricht, die die gleichen Werkzeuge der Schulden-Spar-Privatisierung benutzen. Er hat das beruflich gemacht!

Quelle: Truth and Satire vom 07.07.2015

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