Die US-Wirtschaft wird sich kaum jemals erholen. Der Finanzcrash droht!

Die US-Wirtschaft starb mit der Verlagerung der Arbeitsplätze der Mittelklasse ins Ausland und der Deregulierung des Finanzsystems.

Offshoring

Dieses Offshoring [= Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland] kam den Unternehmensführungen und Aktionären zugute, weil niedrigere Lohn- und Konformitätskosten zu höheren Profiten führten. Diese Profite flossen in Form von Kursgewinnen zu den Aktionären und als “Perfomance-Bonus“ zu den Firmenchefs. Die Wall Street profitierte vom durch höhere Profite generierten Bullenmarkt.

Jedoch hat das Offshoring auch US-BIP und Konsumenten-Kaufkraft ins Ausland verlagert. Trotz der Versprechen einer “New Economy“ und besserer Arbeitsplätze, waren die Ersatzarbeitsplätze zunehmend Teilzeit- und Niedriglohn-Jobs in nationalen Dienstleistungsbereichen, beispielsweise bei Kassenmitarbeiter im Einzelhandel, Kellnerinnen und Barkeeper.

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Die Verlagerung von US-Produktions- und professionellen Dienstleistungs-Jobs nach Asien, hat das Wachstum der Konsum-Nachfrage in den USA gestoppt, die Mittelklasse dezimiert und zu unzureichender Beschäftigung von College-Absolventen gefürht, die ihre Studentenkredite nicht mehr bedienen können. Die Aufstiegsmöglichkeiten, welche die Vereinigten Staaten zu einer “Gesellschaft der Chancen“ gemacht hatte, wurden im Interesse höherer kurzfristiger Profite entfernt.

Fehlgeleitete FED-Politik

Ohne Wachstum bei den Verbraucher-Einkommen, um damit die Wirtschaft anzutreiben, hat die Federal Reserve unter Alan Greenspan die Zunahme bei den Verbraucher-Krediten an Stelle des fehlenden Wachstums bei den Verbraucher-Einkommen gestellt. Unter dem Greenspan-Regime wurden stagnierende und rückläufige Einkommen der Amerikaner durch die Möglichkeit auf Kredit zu kaufen aufgestockt. Eine Quelle dieses Kredits war der Anstieg der Immobilien-Preise, welche durch die Politik der niedrigen Zinsen der Federal Reserve ermöglicht wurden. Die Verbraucher konnten ihre jetzt höher bewerteten Häuser zu niedrigeren Zinsen finanzieren und die “Ersparnis“ nehmen und ausgeben.

Die stark mit den Hypotheken verbundene Schulden-Explosion kam zum Stillstand, als der durch ein dereguliertes Finanzsystem durchgeführte Betrug den Immobilien- und Aktienmarkt gecrasht hat. Der Bailout der Schuldigen bürdete genau jenen Menschen noch mehr Kosten auf, die von den Schuldigen zu Opfern gemacht worden waren.

Unter dem FED-Chef Bernanke wurde die Wirtschaft mit quantitativer Lockerung am Laufen gehalten, ein massiver Ausbau der Geldmenge, um damit die Banken zu retten, die “Too-Big-To-Fail“ waren. Die von der Federal Reserve gelieferte Liquidität fand ihren Weg in die Aktien- und Bondkurse und machte jene recher, die in diesen Finanzinstrumenten investiert waren. Unternehmens-Chefs halfen dabei, den Aktienmarkt anzukurbeln, indem sie die Unternehmensgewinne und neu aufgenommene Kredite dafür nutzten, die Aktien des eigenen Unternehmens zurückzukaufen und folglich die Schulden weiter zu vergrößern.

Nur wenige Profiteure

Die Wenigen, die von den aufgeblasenen Wertanlagen-Kursen profitierten, welche durch die quantitative Lockerung und Rückkäufe erzeugt wurden, entsprechen einem viel kleineren Prozentsatz der Bevölkerung, als durch die Expansion der Verbraucherkredite durch Greenspan betroffen waren. Eine relativ geringe Zahl reicher Menschen ist unzureichend für eine wachsende Wirtschaft.

Die Nullzinspolitik der Federal Reserve war dafür gedacht, die Bilanzen der Mega-Banken zu stützen und verweigerte den Amerikanern Zinsen auf ihre eigenen Ersparnisse. Diese Politik verkleinerte die Einkommen von Rentnern und zwang die Älteren ihren Konsum einzuschränken und/oder ihre Ersparnisse schneller aufzubrauchen, was ihren Erben das Sicherheitsnetz nahm.

Mit der Vernebelungstaktik heruntergerechneter Inflations- und Arbeitslosenzahlen, hielt die US-Regierung den Anschein einer wirtschaftlichen Erholung lebendig. Durch die Täuschung in die irre geleitete Ausländer unterstützten weiterhin den US-Dollar, durch das Halten von US-Finanzinstrumenten.

Die “Reformation“ der Inflations-Kennziffern

Die Kennziffern für die Ermittlung der offiziellen Inflation wurden während der Clinton-Ära “reformiert“, um die Inflation drastisch herunterzuspielen. Die Kennziffern tun dies auf zweierlei Art. Der erste Weg, ist jene Güter aus dem Warenkorb zu streichen, aus welchen sich der Inflations-Index zusammensetzt, deren Preise steigen. Diese wurden gegen geringwertigere, billigere Güter ausgetauscht.

Wenn zum Beispiel der Preis eines New York Strip-Steaks steigt, dann wird es durch ein Rumpsteak ersetzt. Der frühere offizielle Inflations-Index maß die Kosten eines konstanten Lebensstandard. Der “reformierte“ Index misst die Kosten eines fallenden Lebensstandard.

“Qualitätsverbesserungen“

Der andere Weg, mit dem die “reformierten“ Inflations-Kennziffern die Lebenshaltungskosten senken, ist Preissteigerungen als “Qualitätsverbesserungen“ zu bezeichnen. Es stimmt zwar, dass Qualitätsverbesserungen zu höheren Preisen führen können. Jedoch ist es immer noch eine Preissteigerung für den Verbraucher, da das ehemalige Produkt nicht mehr verfügbar ist. Überdies sind nicht alle Preissteigerungen Qualitätsverbesserungen, jedoch können viele Preise als “Qualitätsverbesserungen“ misinterpretiert werden, welche keine sind.

Diese beiden “Reformen“ führten zu keiner angezeigten Inflation und zu einem Aussetzen der Anpassungen für die Lebenshaltungskosten der Sozialleistungsempfänger. Der Rückgang der Realeinkommen aus den Sozialversicherungen beeinflusste die Gesamtnachfrage der Verbraucher ebenfalls in negativer Art und Weise.

Die zurechtgebastelte Unterbewertung der Inflation täuschte die Bevölkerung dahingehend, dass sie glaubte, dass die US-Wirtschaft sich erholt. Je niedriger das Maß der Inflation ist, umso höher ist das reale BIP, wenn das nominale BIP durch die Kennziffern der Inflation verkleinert wird. Durch die Unterbewertung der Inflation, hat die US-Regierung das BIP-Wachstum überbewertet.

Die Finanzpresse hinterfragt die Propaganda nicht

Was ich hier geschrieben habe, lässt sich leicht bestätigen und nachweisen. Trotzdem hinterfragt die Finanzpresse die Propaganda nicht, die die Wahrnehmung aufrechterhält, dass die US-Wirtschaft gesund sei. Diese vorsichtig gepflegte Wahrnehmung hält den Rest der Welt in Dollars investiert und hält folglich das Kartenhaus zusammen.

John Maynard Keynes verstand, dass die Große Depression das Ergebnis der mangelnden Verbraucher-Nachfrage nach von der Industrie produzierten Produkten in den Ladenregalen war. Die makroökonomische Politik nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich auf die Aufrechterhaltung der angemessenen Gesamtnachfrage, um hohe Arbeitslosigkeit zu vermeiden.

Die angebotsorientierte Politik Präsident Reagans korrigierte erfolgreich einen Fehler in der keynesianischen makroökonomischen Politik und hielt die US-Wirtschaft funktionsfähig, ohne die “Stagflation“ aus den alles verschlimmernden “Philips-Kurven“-Kompromissen zwischen Inflation und Beschäftigung. Im 21ten Jahrhundert hat die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland die Fähigkeit der Verbraucher-Nachfrage erschöpft, die Vollbeschäftigung in den USA aufrechtzuerhalten.

Unechte Arbeitslosenquote

Die von den presstituierten Medien berichteten Arbeitslosenzahlen sind bedeutungslos, da sie jene Arbeiter, die bereits aufgegeben haben, nicht mitzählt und diese Arbeiter stellen einen gewaltigen Teil der amerikanischen Arbeitslosen. Die gemeldete Arbeitslosenquote liegt bei rund 5 %, was der Einheit U-3 entspricht, welches jene arbeitslosen Arbeiter nicht miteinbezieht, die ihre Jobsuche bereits aufgegeben haben.

Die US-Regierung hat eine zweite offizielle Arbeitslosen-Einheit, U-6, welche Arbeitslose mitzählt, die bis zu einem Jahr arbeitslos sind. Diese offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 10 %.

Wenn man die Langzeitarbeitslosen (über ein Jahr) miteinbezieht, wie es früher einmal der Fall war, dann liegt die Arbeitslosenquote in den USA bei 23 %. (Siehe auch John Williams, shadowstats.com)

Stimulus funktioniert nur, wenn Arbeitsplätze vorhanden sind

Finanz- und Geldstimulus kann die Arbeitslosen wieder in Arbeit bringen, wenn nach wie vor Arbeitsplätze im Inland für die existieren. Aber wenn die Arbeitsplätze ins Ausland verlagert wurden, dann kann die Geld- und Fiskalpolitik nicht funktionieren.

Was das Offshoring macht, ist US-BIP in jene Länder abzugeben, in die US-Unternehmen die Arbeitsplätze verlagert haben. Mit anderen Worten, mit den Jobs verschwinden amerikanische Berufe, Verbraucher-Kaufkraft und die Steuerbasis des Staates, lokal und auf Bundesebene. Es gibt nur wenige amerikanische Gewinner und dies sind die Aktionäre der Unternehmen, welche die Arbeitsplätze ins Ausland verlagert haben und die Chefs der Unternehmen, die für die Gewinnmaximierung durch Verringerung der Lohnkosten Multimillionen Dollars an “Performance Bonus“ einstreichen.

Und natürlich die Ökonomen, die Zuschüsse bekommen, Vorträge halten und Vorstandsposten dafür bekommen, dass sie die Offshoring-Politik anpreisen, welche die Verteilung von Einkommen und Wohlstand nur verschlimmert. Eine nur für wenige betriebene Wirtschaft, von der nur wenige profitieren und diese Wenigen, egal wie groß deren Einkommen sind, können gar nicht genug konsumieren, um die Wirtschaft weiter wachsen zu lassen.

Offshoring hat nichts mit Freihandel zu tun

Im 21ten Jahrhundert hat die US-Wirtschaft die Fähigkeit zerstört, die reale Gesamtnachfrage in den USA zu erhöhen. Ökonomen werden dies abstreiten, weil sie den Globalismus und die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland anpreisen. Sie misinterpretieren dieses Offshoring als Freihandel und, da nach deren Ideologie jeder vom Freihandel profitiert, behaupten sie, dass Amerika von der Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland profitiert. Derweil können sie keinerlei Beweise für diese behaupteten Vorteile vorlegen. (Siehe auch mein Buch: Wirtschaft am Abgrund)

Als Ökonom ist es mir ein Rätsel, wie irgendein Ökonom glauben kann, dass eine Bevölkerung, die nicht den Großteil der von ihr konsumierten Güter selbst produziert, es sich leisten können soll, die von ihr konsumierten Güter zu kaufen. Wo kommt das Einkommen her, mit dem die Importe bezahlt werden, wenn die Importe mit Produkten ausgelagerter Produktion aufgeschwemmt werden?

Uns wurde erzählt, dass das Einkommen aus besser-bezahlten neuen Arbeitsplätzen der “New Economy“ kommen würden, aber weder die Arbeitsmarktberichte, noch die Zukunftsprojektionen des US-Labor-Department zeigen irgendein Zeichen dieser mystischen “New Economy“.

Es gibt keine “New Economy“

Die “New Economy“ ist wie das Versprechen der Neokonservativen, dass der Irak-Krieg ein sechswöchiger “Spaziergang“ würde, der mit irakischen Öl-Umsätzen bezahlt wird, nicht eine Ausgabe von $ 3 Billionen Dollar auf Kosten des amerikanischen Steuerzahlers (so Joseph Stiglitz und Linda Bilmes) und ein Krieg, der das ganze 21ste Jahrhundert bis zum heutigen Tag andauert und immer gefährlicher wird.

Die amerikanische “New Economy“ ist die amerikanische Dritte-Welt-Volkswirtschaft, in der die einzigen neuen Arbeitsplätze niedriger Produktivität sind, niedrigbezahlte, nichthandelbare Dienstleistungsjobs im Inland, unfähig Export-Einkünfte damit zu erzielen, mit denen die im Ausland für den US-Konsum produzierten Güter und Dienstleistungen bezahlt werden können.

Die massiven Schulden aus Washingtons endlosen Kriegen für die neokonservative Hegemonie bedroht jetzt den Sozialstaat und das gesamt soziale Sicherungsnetz. Die presstituierten Medien geben nicht der Politik die Schuld, welche die Amerikaner am Boden zerstört hat, sondern stattdessen den Amerikanern, die durch die Politik verheert wurden.

Die Regierung der Vereinigten Staaten hat alle im Stich gelassen, außer die Reichen.

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