Platzt die Superblase in den USA demnächst?

Wer die Wirtschaft der Vereinigten Staaten in den letzten Jahrzehnten beobachtet hat, dem muss der Zyklus des Auf- und Abschwungs aufgefallen sein. Auf Englisch nennt man dieses Auf und Ab „boom and bust“. Interessant ist, dieser Zyklus dauert 8 Jahre, wird durch die Zinspolitik der Fed gesteuert und ist mit dem Wahljahr verbunden. Der „boom“ begann 1995 durch einer Vielzahl von Neugründungen von Startup-Unternehmen in der IT-Branche. Jeder der mit dem Begriff „Internet“ was tun wollte wurde von Investoren mit Geld zugeschüttet, in der Hoffnung, riesige Gewinnen zu machen. Es kam zu einer regelrechten Hysterie und die Aktienkurse stiegen rapide an. Viele sprangen auf den Zug, sogar Leute die noch nie in Aktien investiert hatten. Ab Mitte 1999 vervielfachte sich innerhalb weniger Monate die Börsenbewertung zahlreicher Unternehmen. Dann kam die Ernüchterung, als realisiert wurde, die erträumten Gewinne kann es nicht geben, es handelte sich nur um Wunschdenken. Die Dot-Com-Blase platzte. Im Februar 2000 erhöhte die Fed die Zinsen auf 6,25 Prozent. Gleichzeitig kamen aber die ersten Zahlen über eine schwächelnde Wirtschaft ein. Die Zahlen im ersten Quartal zeigten, die Konsumenten kauften weniger und die Gewinne der Unternehmen sanken. Während die USA sich auf die nächste Wahl einstellte, fing das Kartenhaus an zusammen zu brechen. Am 12. April 2000 stürzte der Nasdaq-Index um 386 Punkt ab, der grösste Absturz in der Geschichte. Wall Street verlor fast ein Viertel seines Wertes. Der Boom der 90-Jahre wurde zu einem gigantischen Bust Anfang 2000. Als Bush dann 2001 ins Amt kam, hatte der Aktienmarkt 60 Prozent seines Wertes verloren. Clintons „Wirtschaftswunder“ war nur auf einer riesigen Illusion aufgebaut.

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Der Zyklus läuft folgendermassen ab: Die Zinsen sind niedrig und das treibt die Blase an, in den 90-Jahren die Dot-Com-Blase. Gier lässt immer mehr Spekulanten ihr Geld in Internet-Aktien investieren, was die Blase noch mehr aufbläht. Sie meinen, mit den steigenden Kursen werden sie reicher und es geht immer nur aufwärts. Die Hysterie wird durch die Medien, Experten, Bankern und Politikern angeheizt. Dann passiert etwas interessantes. Obwohl es Anzeichen für eine Wirtschaftsschwächung gibt, erhöht die Fed die Zinsen mit der Begründung, den überhitzten Markt etwas zu bremsen. Dann passiert im Wahljahr der Absturz des Marktes und der Wirtschaft, die Blase platzt und die meisten Spekulanten verlieren ihr Geld.

Nochmal im Detail:

1. Es entsteht eine Blase wegen der niedrigen Zinsen
2. Experten sagen, alles läuft bestens und die Wirtschaft wächst
3. Aus Gier steigen viele auf den Zug und die Blase wird immer grösser
4. Die Fed fängt an die Zinsen zu erhöhen
5. Gerade wenn die ersten schlechten Zahlen erscheinen, sind die Zinsen am höchsten
6. Die Blase platzt genau vor den nächsten Wahlen
7. Der neue Präsident muss die Scherben auflesen

Das heisst, die Finanzelite treibt die Menschen mit ihrem Geld zuerst in eine Spekulationsblase mit tiefen Zinsen, um dann mit einer Zinserhöhung die Blase platzen zu lassen und das ganze Geld einzusacken. Das passiert in einem Zyklus von 8 Jahren, die zwei Amtszeiten eines US-Präsidenten. Damit wird regelmässig das Vermögen der Bevölkerung von unten nach oben zur Finanzelite verschoben.

War das nur mit Clinton so? Nein.

Im Juni 2002 verkündete Bush das Programm, jeder Amerikaner soll ein eigenes Haus haben. Die Zinsen waren niedrig und man hat Hypotheken ohne Prüfung der Kreditwürdigkeit massenweise an Millionen Menschen verteilt. Es entstand die Immobilienblase, die Preise für Häuser stiegen und stiegen. Es war sogar so, Spekulanten kauften mehrere Häuser auf Schulden und meinten sie teurer verkaufen zu können. Das nannte man „house flipping“, auf Kredit kaufen, nach kurzer Zeit mit Gewinn verkaufen, Gewinn einsacken. Die Fed hatte die Zinsen wie oben beschrieben von über 6 Prozent 2001 bis auf 1 Prozent 2003 runtergefahren. Hypotheken waren so billig, jeder wollte ein Haus, was die Preise steigen lies. Die Blase im Häusermarkt war geschaffen.

Dann fing die Fed an die Zinsen langsam zu erhöhen bis 2007 der Zins bei 5,25 Prozent lag. Dadurch konnten viele Hausbesitzer ihre Hypotheken nicht mehr bezahlen, sie mussten ihre Häuser verkaufen, der Häusermarkt brach zusammen. 2008, ein Wahljahr, war die nächste Blase geplatzt und die grösste Finanzkrise mit Bankenpleiten fand statt. Der oben beschriebene 8-jährige Zyklus wiederholte sich während der Amtszeit von Bush.

Lehman Brothers ging im September 2008 pleite, weil die Bank zu viel auf die Hypotheken und steigenden Häusermarkt gewettet hatte. Viele andere Banken in den USA und Europa standen vor der Pleite und mussten mit Steuergeldern gerettet werden, weil sie sich an der Spekulation mit Subprime-Hypotheken beteiligt hatten. Der Aktienmarkt stürzte um 40 Prozent ab. Diesmal war die ganze Welt betroffen und es kam zu einer Weltwirtschaftskrise.

Der Zyklus hatte sich wiederholt:

1. Es entsteht die Immobilienblase durch niedrige Zinsen
2. Experten sagten, alles läuft bestens und die Wirtschaft wächst
3. Aus Gier steigen viele auf den Zug und die Blase wird grosser und grösser
4. Die Fed fängt an die Zinsen zu erhöhen
5. Gerade wenn die ersten schlechten Zahlen erscheinen, sind die Zinsen am höchsten
6. Die Blase platzt genau vor den nächsten Wahlen, diesmal trifft es die ganze Welt
7. Der neue Präsident muss die Scherben auflesen

Jetzt haben wir nach 8 Jahren das Ende der Amtszeit von Obama. 2016 ist ein Wahljahr. Schauen wir uns an, ob der Zyklus wieder stattfindet.

Was ist diesmal die Blase? Es sind die Derivate, die spekulativen Wetten auf alle möglichen Finanzinstrumente. Seit der letzten Krise 2008 sind die Zinsen sehr tief gehalten worden. Mit diesem billigen Geld wurde massiv in Derivate investiert. Die Spekulation wurde irrsinnig angeheizt. Die Fed fing vergangenen Herbst an die Zinsen zu erhöhen. Parallel fing die amerikanische und die Weltwirtschaft sich abzuschwächen, was durch die niedrigen Rohstoffpreise deutlich sichtbar ist. Öl ist so billig wie lange nicht, wie während der letzten Krise 2008. Der Konsum in Amerika geht zurück, die Wirtschaft deshalb auch.

Was sagen die Experten in den letzten Monaten? Genau das selbe wie 2000 und 2008, alles ist bestens, die Wirtschaft würde wachsen, kein Grund für Pessimismus. Jetzt hat aber die Fed von Atlanta die neuesten BIP-Zahlen für das erste Quartal veröffentlicht. Das Wachstum ist praktisch Null, nur 0,1 Prozent.

Der Zyklus hat sich tatsächlich wiederholt.

1. Es entsteht die Derivaten-Blase durch niedrige Zinsen
2. Experten sagten, alles läuft bestens und die Wirtschaft wächst
3. Aus Gier steigen viele auf den Zug und die Blase wird gigantisch
4. Die Fed fängt an die Zinsen zu erhöhen
5. Die schlechten Zahlen erscheinen

Was noch nicht passiert ist, die Blase ist noch nicht geplatzt bevor die Wahlen im November stattfinden, aber wir haben erst April. Am 19. Dezember 2015 hielt Donald Trump in Cedar Rapids, Iowa eine Rede, wo er zum ersten Mal vor dem Platzen der Blase warnte. Diese Warnung hat er bei verschiedenen Reden wiederholt. Er sagte sogar, er hoffe die Blase platzt noch unter Obama und nicht unter der neuen Präsidentschaft. Ist ja egal, den Scherbenhaufen muss der Nachfolger so oder so übernehmen.

Nur diesmal wird die Krise gigantische Ausmasse einnehmen, 100 Mal grösser als die 2008. Wir werden eine Zusammenbruch der Banken erleben, was die Weltwirtschaftskrise von 2008 wie einen Kindergeburtstag aussehen lässt. Fast alle Banken werden pleitegehen und dadurch alle Ersparnisse, Altersrücklagen und Versicherungsguthaben ausradieren.

Warum?

Weil die grösste aller Blasen geschaffen wurde. Man hat den „too big to fail“ Banken unbegrenzte Geldmittel gegeben, die sie für die Spekulation in Derivate verwendet haben. Wie gross ist die Derivaten-Blase? Laut Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel belaufen sich die offenen Derivate-Kontrakte auf 553 Billionen Dollar. Ja, Billionen nicht Milliarden, also 553’000 Milliarden Dollar. Zum Vergleich, der gesamte BIP der Welt beläuft sich „nur“ auf 78 Billionen Dollar. Die Derivaten-Blase ist demnach 7 Mal grösser als die Wertschöpfung der gesamten Welt!!!

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet einen Absturz der Märkte in den USA, UK und der Eurozone um 20 Prozent in den kommenden Monaten. Jose Vinals, Chef der Stabilitätsabteilung des IWF sagte, es gibt mehrere beteiligte Faktoren, einschliesslich den riesigen „Verlust an Vertrauen in den Märkten„, was den Absturz verursachen würde.

Wie schlimm die Lage ist zeigt das neueste Resultat des Bankenstresstest, den 7 von 8 Grossbanken NICHT bestanden haben. Es sind J.P. Morgan, Bank of America, Wells Fargo, Bank of New York Mellon, State Street Bank, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Es gab zwei Tests, einen von der Fed durchgeführt und einen von der FDIC, der Einlagensicherungsfonds. Fünf Banken scheiterten in beiden Tests und zwei einen. Nur Citigroup bestand beide, was mir zweifelhaft erscheint.

Diese grösste Blase in der Geschichte der Menschheit steht kurz vor dem Platzen, die Superblase!!!

Seid ihr darauf vorbereitet???

Quelle: 13. April 2016 Freeman
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