Erodogan dank inszenierten Putsch bald Neu Osmanischer Sultan?

Nach dem gescheiterten Putsch hat Erdogan zwei mögliche Wege die er gehen kann. Entweder den der Versöhnung und Befriedung, oder den der brutalen Rache und der Säuberung. Er hat offensichtlichen Rache gewählt, denn sein Staatsapparat reagiert mit einer Verhaftungswelle, nicht nur gegen die Putschisten, sondern gegen alle Gegner. Mehr als 2’800 Militärs sind verhaftet und 2’700 Richter und Staatsanwäte sind entlassen worden. Es gibt auch Berichte von blutiger Lynchjustiz. Was da ablief ist für mich ein Pseudo-Putsch und eine typische Operation unter falscher Flagge.

Wenn Erdogan ein Demokrate wäre, würde er sich fragen, warum gibt es eine Opposition gegen seine Politik und er würde Selbstkritik üben. Er würde versöhnlich sein und für Frieden sich einsetzen. So zeigt er sich aber was er wirklich ist, ein machtgeiler brutaler Diktator, der die Situation nutzt, um alle Kritiker und Gegner zu eliminieren. Er hat sogar zwei Verfassungsrichter festnehmen lassen, Alparslan Altan und Erdal Tezcan. Beide werden beschuldigt, am Putschversuch beteiligt gewesen zu sein.

Die Justiz wird jetzt gesäubert!

TURKEY-GOVERNMENT-BLAST

Wie ich bereits am Freitagabend, kurz nach Beginn des Putsch, gesagt habe, handelt es sich für mich um keinen echten Putsch, denn dafür war er viel zu schlecht organisiert und bewusst zum Scheitern verurteilt. Ich bin der Meinung, dieser Pseudo-Putsch wurde von Erdogan selber inszeniert. Warum? Genau um das umsetzen zu können was er jetzt angekündigt hat und durchführt, „das Militär zu säubern„, wie er nach seiner Ankunft in Istanbul verkündete.

Er versprach den Putschisten, sie werden den höchsten Preis zahlen, was den Tod bedeutet. Nur er hat vom Putsch profitiert, in dem er jetzt seine Macht noch mehr ausbauen und konsolidieren kann. Erdogan spricht nur noch von Rache und hetzt die Menschen auf, statt sie zu beruhigen. In der aufgeheitzten Stimmung ist es deshalb zu Gewaltakten gegen Soldaten gekommen, sie wurden vom Mob verprügelt und es kam sogar zu noch schlimmeren Verbrechen, einschliesslich Köpfen.

Erdogan beschuldigt den in die USA emigrierten Geistlichen Fethullah Gülen hinter dem Putsch zu stecken. Ursprünglich ein Verbündeter von Erdogan hatte sich Gülen mit diesem 2013 überworfen. Auch Gülen hält es für möglich, dass der Putschversuch inszeniert war. Erdogan beschuldigt Gülen des Terrorismus und der Unterwanderung des türkischen Staates durch seine Anhänger. Jetzt fordert er direkt von Obama, die Auslieferung oder Festnahme des Predigers.

Gülen schreibt auf seinem Blog: „Für jemand der unter mehreren militärischen Umstürzen in den letzten fünf Jahrzehnten gelitten hat, ist es besonders beleidigend beschuldigt zu werden, irgendwelche Verbindungen zu so einem Versuch zu haben. Ich weise kategorisch diese Vorwürfe zurück.

Erdogan ist ein typischer Agitator und Volksaufhetzer, der das sagt, was die bildungsfernen Volksmassen hören wollen. Er erschafft ständig Feinde als Sündenböcke, um von den gravierenden Problemen in der türkischen Gesellschaft abzulenken, Feinde die an allem schuld sind und bekämpft werden müssen. In ihrer Einfältigkeit verlangen seine Anhänger einen Führer den sie anhimmeln können. Die Geschichte wiederholt sich und die Türkei wird bitter darunter leiden müssen.

Erdogan reagiert auf diesen historischen Moment auf die falsche Weise und verpasst die einmalige Gelegenheit, Frieden und Einheit in der Türkei zu schaffen. Stattdessen ist er ein Unruhestifter und Spalter. Wie gesagt, ich bezweifle ob dieser Putsch überhaupt einer war. Denn die Planung und Ausführung dieses Staatsstreiches ist bestenfalls sehr verdächtig und wenn man es genau nimmt völlig amateurhaft und lächerlich.

Was man ihm mindestens vorwerfen kann, Erdogan hat vom Putsch gewusst und hat bewusst nichts dagegen getan. Haben alle seine Geheimdienste und Spitzel versagt, weil sie nichts über die Planung und Vorbereitungen im Militär mitbekommen haben? Das will er uns erzählen? Wenn sie wirklich alle versagt haben und er völlig ahnungslos war, wieso sagt er es nicht und feuert die Versager? So war es aber nicht, denn er wusste Bescheid.

Warum soll er sonst den Putschversuch einen „Segen Gottes“ nennen? Ja warum wohl? Interessant ist, die bei der Aktion beteiligten Soldaten sagen, sie haben Befehle befolgt und gingen von einem Manöver oder einer Antiterrorübung aus. Deshalb wurden die strategisch wichtigen Punkte besetzt. Das sagen auch die acht Offiziere, die nach Griechenland geflohen sind. Von einem Putsch hätten sie erst über die Medien erfahren.

Wer profitiert von dieser Inszenierung? Nur einer. Verstehen das die Türken nicht? Erdogan hat jetzt die zwei letzten Hürden auf dem Weg zur absoluten Macht ausgeschaltet und weggeräumt. Die Justiz und die Armee. Es gibt keine inländische Opposition mehr, keine einzige, und er ist der Alleinherrscher. Alles schon mal in der Geschichte passiert. Ein Volk, ein Reich und ein Führer ist wieder auferstanden. Heil Erdogan und das 1000-jährige osmanische Reich!

Wir wissen was damit passiert ist, nach nur 12 Jahren war das Jahrtausend mit einer fürchterlichen Katastrophe zu Ende.

Dass Erdogan so schnell die missliebigen 2745 säkularen Richter nur wenige Stunden nach Ende des Putsch suspendierte und auch 2800 Militärs verhaften liess zeigt, es muss eine von langer Hand vorbereitete schwarze Liste gegeben haben. Ohne Untersuchung und Ermittlungsverfahren, ohne Gerichtsurteil, ob sie wirklich daran beteiligt waren, wurden sie sofort entfernt. Deshalb, Erdogan ist alles zuzutrauen, auch einen Pseudo-Putsch gegen sich selber, um die absolute Macht zu erlangen.

Das ist jetzt eine echte False Flag, wenn man sich selber angreift und die Gülen-Bewegung als Täter hinstellt, um alle seine „Feinde“ eliminieren zu können. Der Tag wird noch kommen, wo sich die Mehrheit der Türken eine Militärregierung wünschen werden, welche die Verfassung wiederherstellt und die Diktatur Erdogans wegfegt.

Abschliessend, ist es nicht wieder typisch, wie der Westen auf diesen Putschversuch heuchlerisch und mit zweierlei Mass reagiert? Eine Marionette nach der anderen hat diesen verurteilt und den Respekt vor der „demokratische gewählten“ Regierung verlangt. Obama hat alle Seiten zur „Achtung des Rechtsstaats“ aufgefordert und Merkel verurteilte den Putschversuch „auf das Schärfste„.

Was war aber mit dem Militärputsch in Ägypten vor drei Jahren? Schon vergessen?

Der durch die ersten freien Präsidentschaftswahlen Ägyptens im Juni 2012 zum Staatspräsidenten gewählte Mohammed Mursi, wurde am 3. Juli 2013 durch einen Militärputsch abgesetzt. Aus Sicht des Westen war dieser Putsch durch das Militär gegen den gewählten Präsidenten völlig in Ordnung und der Verteidigungsminister und Militärratschef Abd al-Fattah as-Sisi wurde der Diktator Ägyptens, wird von Obama, Merkel und Co. empfangen und hofiert.

Am 15. Mai 2015 wurde Mursi wegen Geheimnisverrats zusammen mit mehr als 100 Mitangeklagten zum Tode verurteilt. Nach heftigen Protesten gegen das Urteil wurde erst vor einem Monat am 18. Juni 2016 Mursi zu einer vierzigjährigen Haftstrafe verurteilt. VIERZIG JAHRE!!! Nichts hört man von Obama wegen Rechtsstaat in diesem Fall. Ein Militärputsch ist also für den Westen relativ. Wenn in der Türkei wird dieser verurteilt, wenn in Ägypten wird er gutgeheissen.

Quelle: Freeman 17.07.2016 Schall und Rauch

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